Neue Kooperationen
für leistbare und offene Räume

in Friedrichshain Kreuzberg

Beitrag

StadtWERKSTATT-Doku: Neubau-Quartier an der Franz-Künstler-Str. entwickeln

Am 24. August kamen in der Adlerhalle am Dragonerareal über 50 Menschen zusammen, um sich über den Stand der Überlegungen zu informieren und eigene Ansichten einzubringen. Zur Veranstaltungen wurden 900 Einladungen als Postwurfsendungen in den umliegenden Wohngebieten verteilt und viele Akteure aus dem Umfeld wurden angeschrieben, was dazu führte, dass ungefähr die Hälfte der Anwesenden Anlieger*innen aus dem Stadtteil waren. Die Veranstaltung wurde vom LokalBau-Team (Magnus Hengge und Konrad Braun) moderiert.

Impulsvorträge zum Einstieg

Stadtrat Florian Schmidt begrüßte die Anwesenden und machte deutlich, dass, mit der baulichen Entwicklung an der Franz-Künstler-Straße, bestehende Bedarfe gedeckt werden sollen. Der Standort soll einerseits der größte, neu gebaute Standort für Geflüchtetenwohnen im Bezirk werden, aber andererseits als gemischt genutztes Projekt wahrgenommen werden. Denn hinzu kommt ein großer Teil bezahlbares Wohnen und viel Raum für Nutzungen, die das Projekt zu einem neuen Stadtteilzentrum werden lassen. Die grundlegenden Beschlüsse zur Entwicklung bezüglich der Grundstücksgeschäfte sind bereits in der Legislatur vor seiner Amtszeit vollzogen worden, doch die Übertragung der Grundstücke an die Gewobag hat erst 2020 stattgefunden.

Stadtrat Florian Schmidt führt in den Abend ein.
Veränderte Eigentumsverhältnisse am Standort zu Gunsten der Gewobag.

Inger Giwer-Gaul, Leiterin des Portfolio-Managements bei der Gewobag, war während der StadtWERKSTATT digital zugeschaltet und erklärte in ihrem Vortrag die Grundstücksentwicklungen. Entlang der Franz-Künstler-Straße gehören nun ein langgezogenes Grundstück von der Deutschen Wohnen, das bisher mit Garagen genutzt wird, das Gelände vom Bezirk, auf dem drei nicht mehr genutzte ehemalige Jugendgästehäuser der Schreberjugend stehen, und auch das Grundstück der Deutschen Wohnen, auf dem das Wohnhochhaus an der Alexandrinenstr. steht, der Gewobag.

Die Übertragung der bezirklichen Fläche fand 2018, in Form einer Einbringung in die kommunale Wohnungsbaugesellschaft, statt. Damit einher geht die Verpflichtung hier preisgebundenen Wohnraum zu realisieren. Somit stelle dies auch das Hauptziel der Gewobag dar: 50% Sozialwohnungen als Neubau für das Land Berlin.

Insbesondere der Ankauf der Grundstücke von der Deutschen Wohnen sei eine finanzielle Herausforderung, aber es sei Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart worden. Klar sei, dass nur mit diesen Flächen eine gute städtebauliche Entwicklung ermöglicht werden kann, die eine Kombination von mietpreisgebundenem Wohnungsbau mit Geflüchtetenwohnen ermöglicht. In Abstimmung mit dem Landesamt für Flüchtlingsaufgaben (LAF) als Partnerin fürs Geflüchtetenwohnen, soll eine integrierte Nutzung ermöglicht werden. Es brauche eine klare Bedarfsformulierung, wobei einige Nutzungen schon als „gesetzt“ gelten: Neben dem Geflüchtetenwohnen über das LAF, insbesondere eine Kinderstagesstätte inklusive Park und Grünfläche.

Matthias Peckskamp erläutert vor der Umgebungskarte städtebauliche Bezüge, die bei der Aufstellung des Bebauungsplans herangezogen wurden.
Grundlage des Verfahrens ist der Bebauungsplan (B-Plan). Die blauen Linien markieren die Baufelder. Nur innerhalb dieser Linien dürfen Gebäude geplant werden.


Matthias Peckskamp (Leiter des Stadtentwicklungsamts Friedrichshain-Kreuzberg) vollzog mit seinem Vortrag einen Zoom vom größeren Stadtteil zu den Details der Entwicklungsfläche im Bebauungsplan.

Im Umfeld finden sich viele Bauten mit besonderer architektur-historischer Bedeutung. So z.B: das Jüdische Museum, die Bauten der kritischen Stadterneuerung durch die IBA (von Ende der 1980-Jahre zwischen Lindenstraße und Alte Jakobstraße), das Gebäude von Max Taut an der Ritterstraße (heute in Nutzung durch Waldorf-Schule und -Kindergärten), die ehemalige St. Agnes Kirche von Werner Düttmann, die von einer offenen Wohnbebauung der 1969-er Jahre umgeben ist.

  • westlicher Teil sensible Schnittstelle zur Gründerzeitbebauung
  • östlich offene Strukturen nach dem zweiten Weltkrieg
  • südlich Richtung Hallesches Tor Ergänzungen, die auf eine Stadtanlage zurückgehen, die aus dem Barock stammt 

Der prinzipielle Ansatz zur Integration von Geflüchteten im Bezirks wird mit dem Konzept ›Ankommen und Bleiben‹ beschrieben. Dies beinhalte eine klare Absage an eine Trennung („Segregation“) der Geflüchteten vom Umfeld. Angestrebt wird eine Verteilung von Geflüchteten in den Nachbarschaften. Es gehe nicht um Unterkünfte, sondern um echtes Wohnen. Gemeinsam mit der Gewobag wird ein Konzept entwickelt, das konventionelles Wohnen und ein „experimentelles Flüchtlingswohnen“ zusammenbringen soll.

  • Ausgangssituation jetzt: Tempohomes, Schreberjugendbauten, Kinderbauernhof. Die Ertüchtigung des Bestands wurde geprüft – funktioniert aber nicht im Rahmen von Energie- und Bauvorschriften.

Erläuterung zum B-Plan:

Darum wurde in den letzten Jahren ein neuer Bebauungsplan entwickelt, der Richtung Westen schon recht klar Baukörper („Kubaturen“) vorschlägt, Richtung Osten aber nur ein mögliches Baufeld definiert.

  • Blaue Linien definieren mögliche Baufelder, nicht aber, dass bis zu diesen Linien alles bebaut wird. Es bedeutet, dass zukünftige Gebäude innerhalb dieser Linien geplant werden müssen.
  • Einfügung eines grünen Quartierplatzes als Zentrum
  • entlang der Alten Jakobstraße Orientierung am historischen Städtebau (in Anlehnung an die IBA)
  • entlang der Franz-Künstler-Straße Orientierung an den offenen Städtebau 60er-Jahre Städtebau

Aus dem Auditorium kam der Hinweis, dass eine Bebauung mit sieben Geschossen nur wenig Sonne auf den Platz im Zentrum fallen ließe. Herr Peckskamp antwortete, dass diese Überlegung genau ein Grund dafür sei, warum eine genauere Definition der Baufelder und der möglichen Kubaturen im süd-westlichen Bereich des B-Plans gemacht wurde, so dass eine der Nutzung des grünen Stadtplatzes abträgliche Verschattung ausgeschlossen werden könne. 

Felix Weisbrich zeigt wichtige „Frischluftschneisen“ und betont die gewünschte Durchwegung des Quartiers.
Der Ausbau der Verbindungen zwischen den Grünräumen im Umfeld über das Gelände an der Franz-Künstler-Straße für Fuß- und Radverkehr steht im Fokus.

Felix Weisbrich (Leiter des Straßen- und Grünflächenamts Friedrichshain-Kreuzberg) erklärte die Situation hinsichtlich Verkehr und Klima rund um das Gelände und brachte eine Reihen von Impulsen für eine Neubauentwicklung ein. Alle Straßen der Umgebung gehören zum bezirklichen Nebennetz und haben reine Erschließungsfunktion für Anwohner*innen. Bei einer Neubau-Entwicklung stehe Lebensqualität in das Wohnumfeld zu bringen im Vordergrund, d.h. eine Aufwertung öffentlichen Naherholungsräume als Punkte des sozialen Ausgleichs zu schaffen.

  • Die Franz-Künstler-Straße könnte für den motorisierten Durchgangsverkehr geschlossen werden.
  • Die neue Bebauung könnte eine „Quartiersgarage“ zur Entlastung des öffentlichen Raumes bekommen, so dass Parkplätze an der Straße reduziert werden können.
  • Starke Blockdurchwegung vorsehen, um Alltagsbeziehungen auch zwischen entfernteren Grünbereichen zu stärken.
  • Die Franz-Künstler-Str. sollte zur Fahrrad-Achse ausgebaut werden, als Verbindung zum Besselpark und als Übergang zur Promenade am Jüdischen Museum, der sich bisher nicht in öffentlicher Hand befindet (sollte angekauft werden um die Fussgänger- und Fahrradverkehr in diesem Bereich zu stärken)

Perspektivisch sollte der Grünanteil erhöht und Baumstandorte ausgebaut werden, um damit das lokale Stadtklima günstiger (Kühlung) zu beeinflussen, denn stärkere Hitzesommer sind in den nächsten Jahrzehnten zu erwarten

  • Bei Gebäudemassen darauf achten, dass wenig Erhitzung entsteht
  • Dach- und Fassadenbegrünung vorsehen
  • Natürliche Verschattung des Stadtplatzes im Sommer mit Bäumen wichtig

Zur Durchlüftung in Bezug auf die Haupt-Windrichtungen:

  • Lage der Straße am Berlin-Museum bewirke gute Durchlüftung = Frischluftschneise von Westen 
  • stärkere Windhosen seien nicht zu erwarten

Einander Kennenlernen mit einem Spiel im Raum

Es waren viele Anwohner*innen gekommen, die ganz unterschiedliche Anliegen und Sichten einbrachten.
In der Gruppe gab es nur eine Stimme, die sich vehement gegen jede Form von baulicher Entwicklung ausgesprochen hat und besonders auf die am Ort gewachsene Stadtnatur hinwies, die es zu schützen gelte.

Um einen Eindruck davon zu bekommen, wer bei dieser StadtWERKSTATT dabei ist und mit welcher Motivation die Menschen gekommen sind, haben wir allen Teilnehmenden eine Reihe von Fragen gestellt, die sie durch Selbst-Positionierung im Raum beantworten konnten. So ordneten und sortierten sich alle immer wieder neu und nach und nach kamen alle zu Wort, um ihr Anliegen zu formulieren. Nachdem alle ein Statement eingebracht hatten, ging es in die Pause, in der Snacks und Getränke von der ZusammenKüche und dem Kairo Kultur Kiosk gereicht wurden.

Luftschnappen vor der Halle in der Pause.

Arbeitsergebnisse aus den Arbeitsgruppen 

Nach der Pause ging es in drei Gruppen an drei Tischen weiter, die sich unterschiedliche Themen vornahmen.

Konrad Braun erklärt, welche Gruppe sich welchen Themen annehmen wird.
Blick in die Adlerhalle auf alle drei Arbeitsgruppen.

Arbeitsgruppe 1 – Thema: ›Bedarfslage des Quartiers und Potenziale‹

Gewünscht wird, dass sich die entstehenden Angebote nicht selbstreferenziell „einigeln“, sondern sie sollen aktiv Synergien mit dem Kiez suchen. Es soll ein Stadtteilzentrum für alle entstehen, das Anreize schafft, zu kommen. Es braucht Räume zur Interaktion. Die Teilnehmer*innen wünschten sich:

Multifunktionale und kombinierte Räume für

  • Wohnen – mit flexiblen Grundrissen, Anpassungsmöglichkeiten, Mehrzweckräumen, für Jugendliche in der Nähe der Eltern, bzw. generationeübergreifend, für Wohnungslose, Betreute Wohnformen
  • Bildung – für Geflüchtete und Nachbarschaft
  • Kunst/Kultur – Veranstaltungen, Performance, Üben, Atelier, in Gruppen musizieren etc., bzw. als „Mehrzweckhalle“ auch für Sport, Wellness, …
  • Gastro – Café, Bistro mit sozialen Preisen und Ausbildungsangebot, siehe Bsp. Waldorf-Mittagstisch
  • Dienstleistungen – Sozialberatung, Geflüchtetenberatung, Gesundheitsangebote/-vorsorge/-bildung < vorher und permanent Bedarfe analysen und Angebote anpassen
  • Einkaufen des täglichen Bedarfs – kleiner günstiger Supermarkt, Drogerie, Fläche für Wochenmarkt auf dem Platz

Lokale sollen als „Externe“ kooperativ integriert werden in

  • Planung – Gestalten des Raumprogramms
  • Betrieb – z.B. „Mietwerkstätten“ oder „nachbarliche Leihwerkstätte“
  • Selbstständige brauchen Räume, selbstverwaltete Co-Working-Spaces

Mobilität neu denken und umsetzen

  • Mobility Hub aufbauen – Umladestation LKW > Lastenrad
  • Kiezgarage – um Parkflächen im öffentlichen Raum zu minimieren

Offene Rohbauten übergeben

  • Teile der Gebäude zum Selbstausbau übergeben

Arbeitsgruppe 2 – Thema: ›Zugänglichkeit, Grünräume/Klimaflächen‹

Gearbeitet wurde auf vorbereiteten Blättern, auf denen eine Stadtkarte des Umfelds dargestellt war und mögliche Nutzungen anhand von Beispielen gezeigt wurden, die in anderen Projekten in anderen Städten vorbildliche Lösungen gefunden haben. auf den Blättern wurden viele Fragen und Impulse gesammelt.

Generelle Fragen gegenüber einer Bebauung und neuen Nutzungen:

  • Es blieb unklar, wie viele Menschen als Wohnbevölkerung und Nutzer*innen neu in den Kiez kommen. Dazu gibt es noch keine Entscheidungen.
  • Befürchtet werden
    • stärkerer Vandalismus, Party-Nutzung, Vermüllung und mehr Verkehr,
    • eine Zunahme der Drogenkriminalität und allgemeiner Sicherheitsprobleme.
  • Gewünscht werden „Sozialraum-Manager*innen“ oder „Street Worker“, die solchen Entwicklungen durch persönliche Präsenz entgegenwirken können.

Befunde der Ist-Situation in Bezug auf Grünräume:

  • Das Wohnumfeld ist mit nahen Grünflächen deutlich unterversorgt. Es gibt zu wenige Erholungsflächen, Klimaflächen und auch spezielle Nutzflächen (wie z.B. ein Hundeauslaufgebiet)
  • Besonders die Grünflächen auf dem Gelände der Waldorfschule wurden als besondere Qualität beschrieben, die mit einem Grünkorridor hinter den Baufeldern an der Grundstücksgrenze verbunden und teils auch nach Süden geöffnet werden könnten, so dass größere gemeinsam genutzte Grünräume entstehen könnten.
  • So könnten die Flächen um die ehemaligen Jugend-Hostels in einen Kontext gebracht werden, wo es viel Baumbestand gibt, der möglichst geschont werden sollte. Dort böten sich Mehrfachnutzungen zwischen der Waldorfschule und den Gewobag Nutzer*innen an.
  • Es gibt zwar größere angrenzende Sportflächen aber weitere Sportflächen für größere Kinder und Jugendliche werden nachgefragt.
  • Die Fläche am östlichen Ende des Jüdischen Museums erscheint unterbewertet, weil Platz genug für einen echten Stadtplatz wäre.

Aspekte der möglichen Nutzungen in Bezug auf entstehenden Verkehr:

  • Niemand wünscht sich mehr Verkehr in der Franz-Künstler-Str., sondern gewünscht werden verkehrsberuhigende Maßnahmen.
  • Möglich wäre die Teilung bzw. Sperrung der Straße für den Durchgangsverkehr (entweder nur für Anlieger, oder mit einem „modalen Filter“, so dass Autos nur noch von beiden Seiten bis zur Sperre fahren könnten).
  • Möglich auch die Umwandlung von Teilen der Straße in echten Grünraum, durch den nur noch Fuß- und Radwege laufen.
  • Mit einem Wendehammer vor der Sperre.
  • Allgemein gilt die Situation zum Parken als sehr schlecht.
  • Gewünscht wird eine Art „Mobility Hub“, bzw. soll eine „Kiezgarage“ in die Neubauentwicklung integriert sein.
  • Es stellen sich Fragen nach
    • einer Parkraumbewirtschaftung mit Anliegerausweisen,
    • kombiniert mit einer Auflösung der Parkzonen auf den Grundstücken der Deutschen Wohnen im Süden.

Arbeitsgruppe 3 – Thema: ›Prozess zusammen planen‹

In AG3 waren online Inger Giwer-Gaul von der Gewobag und die bezirkliche Koordinatorin des B-Plan-Verfahrens Franziska Schlesinger zugeschaltet und nach einiger Zeit kam auch Matthias Peckskamp dazu, so dass alle Fragen zum Regelverfahren mit viel Fachkompetenz erklärt werden konnten.

Im teilweise vorbereiteten Schaubild wurden viele Ergänzungen vorgenommen und Fragestellungen visualisiert. Die Darstellung ist in Schichten von unten nach oben aufgebaut.

Auf der untersten Ebene sind die Nutzungen abgebildet, ausgehend vom Ist-Zustand.

  • Im Moment haben wir, noch bis bis Ende 2022, sogenannte „Tempohomes“ auf der Fläche an der Alten Jakobstraße. Dann läuft der Mietvertrag mit dem LAF aus und das Container-Dorf wird abgebaut. Die Geflüchteten, die dann noch drin wohnen, können voraussichtlich keinen Wohnraum im Sozialraum erwarten, der für sie im direkten Anschluss zur Verfügung steht. Hier entsteht eine Versorgungslücke.
  • Die Garagen an der Franz-Künstler-Straße sind nur noch ca. zur Hälfte genutzt und vermietet. Die Verträge laufen nach und nach aus oder werden von der Gewobag gekündigt. Betroffene wiesen darauf hin, dass „Autos-Parken“ nicht die Hauptnutzung der Garagen ist, sondern dass viele hier Lastenräder unterstellen oder die Flächen als „Storage“ verwenden und die Flächen davor als Gemeinschaftsflächen für den sozialen Austausch nutzen.
  • Die ehemaligen Gästehäuser der Schreberjugend stehen leer und verrotten langsam.
  • Das Gelände hat besonders Qualitäten als Raum für Stadtnatur. Es gibt viele alte Bäume und wilde Tiere, die hier leben.
  • Die Gewobag plant im Jahr 2023, die Gesamtfläche für die Baumaßnahmen vorzubereiten. D.h. die Tempohomes werden abgebaut und der Abriss der Gästehäuser und Garagen wird vollzogen.
  • Ab dem Jahr 2024 soll gebaut werden und das Projekt soll möglichst 2026 abgeschlossen sein, so dass dann Wohnungen bezogen werden können. Der Teil fürs Geflüchtetenwohnen wird dann für voraussichtlich für maximal 11 Jahre ans LAF vermietet.

Die zweite Ebene soll die Tätigkeiten der Verwaltung im B-Plan-Verfahren abbilden. Hier gelten die gesetzlichen Vorgaben, die im Folgenden auch erwähnt sind. Geplant ist, das offizielle Verfahren bis Ende 2022 zu durchlaufen und dabei so viel Offenheit und Mitsprache wie möglich zu gewähren.

  • Im Vorlauf wurde der Aufstellungsprozess zum B-Plan durchlaufen und ein Aufstellungsbeschluss getroffen (nach § 2 Abs. 1 S. 2 BauGB).
  • Der Bezirk hat Studien zur dezentralen Unterbringung von Geflüchteten erstellen lassen und die Machbarkeit von Einzelstandorten geprüft.
  • Im Moment ist der Bezirk und der Vorhabenträger (Gewobag) in einem Dialogprozess, der mit dieser StadtWERKSTATT auch für die interessierte Öffentlichkeit geöffnet wurde.
  • Formal sind wir noch vor der Phase der frühzeitigen Bürgerbeteiligung (nach § 3 Abs. 1 BauGB), in der betroffenen Bürger*innen über Stellungnahmen Einfluss auf die Gestaltung nehmen können.
  • Anschließend beginnt die Anhörung der Träger öffentlicher Belange (klassischer Weise z.B. Feuerwehr, Naturschutz, Denkmalschutz etc.; nach § 2 Abs. 2 BauGB). In dieser Phase sind ebenfalls Stellungnahmen zur Planung von organisierten Trägern möglich und gewünscht, allerdings (ach § 4 Abs. 2 S. 1 BauGB) zeitlich befristet: innerhalb eines Monats.
  • Aus der Runde kam der Impuls, zur Festsetzung des B-Plans eine Jury zu berufen, in der auch „externe Expert*innen und Betroffene“ Mitspracherecht haben.

Die dritte Ebene soll Tätigkeiten des Vorhabenträgers (Gewobag) abbilden:

  • Im Vorfeld wurden (wie oben berichtet) die notwendigen Grundstücksgeschäfte vollzogen.
  • Betont wurde das Gebot der Wirtschaftlichkeit, wobei die Gewobag immer projektspezifisch Wirtschaftlichkeiten berechnet und umsetzen möchte. D.h. aus den hohen Grundstückskosten für den Ankauf der Flächen von der Deutschen Wohnen ergibt sich, dass die hergestellten Flächen (für Wohnen und Gewerbe) zumindest teilweise Angebotsmieten anheben wird. Dies kann über Angebote im Gewerbe oder Wohnen ausgeglichen werden, aber auch über langfrisitig geförderte Betriebskonzepte für Soziale Träger.
  • Die Auflagen für die Gewobag, soziale Infrastruktur zu errichten, im Gegenzug für die Gewährung des Baurechts, werden letztlich in einem „städtebaulichen Vertrag“ definiert.

Die vierte Ebene sollte Kooperationen und Einstiegsmöglichkeiten für zivilgesellschaftliche Akteure abbilden, die aber zum Teil auch auf anderen Ebnen gesammelt. Tatsächlich wurden hier auch Wünsche zu Nutzungen eingebracht.

  • Deutlich wurde, dass in dem Dreieck zwischen Gewobag, Bezirksamt (genauer dem Stadtentwicklungsamt) und dem LAF gemeinsam die Offenheit im Verfahren für zivilgesellschaftliche Akteure definiert wird.

14. September 2021

Beteiligte Akteur*innen

Bezirksamt LokalBau Stadtteilausschuß Kreuzberg e.V.

Ist ein Beitrag zur Baustelle:

#7

Gemischte Immobilien­konzepte fördern – Wohnen, Gewerbe & Soziales verbinden

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Idee der „Berliner Mischung“ zu aktualisieren, für sie zu streiten und auch Neubauprojekte mit nachhaltigen hybriden Bautypologien zu entwerfen. Wie setzen uns für praktikable Rahmenbedingungen ein und fordern Förderprogramme, die zum Ausbau und Erhalt von gemischten Projekten dienlich sind.

Baustelle aufrufen
#7

Ist ein Beitrag zur Veranstaltung:

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