Zum Konzept der StadtWERKSTATT-FK

Die Halle wird den jeweils gebrauchten Anforderungen angepasst.
Karte von ZusammenStelle/Rathausblock

Adresse: StadtWERKSTATT Friedrichshain-Kreuzberg auf dem Dragonerareal/Rathausblock, Obentrautstraße 19-21, 10963 Berlin, hinter dem Finanzamt Kreuzberg am Mehringdamm (Siehe Google Maps)

›StadtWERKSTATT‹ =
1. Labor für kooperative Stadtentwicklung, Urbane Praxis, Co-Produktion und Beteiligung
2. Veranstaltungsformat für Beteiligung

Zu 1: Kooperative Zusammenarbeit im Bezirk

Als ›StadtWERKSTATT Friedrichs­hain-Kreuz­­berg‹ (kurz StadtWERKSTATT-FK) bezeichnen wir den realen Ver­hand­lungs­­raum im Bezirk, den wir für koope­ra­tive Prozesse der gemein­wohl­orien­tierten Stadt­entwick­lung und für die gemeinsame Ko-Produk­tion von Stadt nutzen. Die Akteure der Verwal­tung und der organi­sier­ten Zivil­­gesell­­schaft arbeiten hier aktiv zusammen an den „Baustellen“, die auf dieser Platt­­form benannt sind. Die Halle kann darüber­hinaus für Veran­stal­tungen genutzt werden, die dem Konzept entsprechen.

Wir nennen die „Adlerhalle“ auf dem Dragonerareal seit dem Pilotprojekt im Sommer 2021 ›StadtWERKSTATT Friedrichshain-Kreuzberg‹. Sie ist zum einen Verhandlungsort für alle „Baustellen“ auf dieser Plattform und für die Veranstaltungskonzepte, die von den Akteur*innen hier eingebracht und umgesetzt werden. Ebenso können Gäste Veranstaltungen abhalten, die inhaltlich außerhalb des StadtWERKSTATT-Kontext liegen. Die kooperativ gebildete AG StadtWERKSTATT hält dabei den Überblick über die Terminkoordination und berät über die inhaltliche Programmierung der Halle.

Nach dem Pilotprojekt ›StadtWERKSTATT-FK‹ sind wir jetzt in der Pionierphase

Die Arbeitsergebnisse des ersten Sommers im Jahr 2021 sind in Form von Beiträgen auf dieser Plattform den Veranstaltungen zugeordnet und öffentlich zugänglich. Das gesamte Pilotprojekt ist in einer Dokumentation umfassend zusammengefasst und beschrieben. Es bildet die Grundlage für die aktuelle Pionierphase, die im Moment bis Februar 2025 gesichert ist.

Zu 2: Stadtwerkstätten zum Mitmachen

Den Begriff ›Stadt­werkstatt‹ verwenden wir darüberhinaus für koope­rativ veranstal­tete, öffent­liche Betei­ligungs­veranstal­tungen, die einen klaren Bezug zu einem bezirk­lichen Standort haben, an welchem ein Entwick­lungs­projekt („Bauprojekt“) statt­findet oder zukünftig statt­finden kann.

Seit der Pilotphase 2012 sind zu verschiednen Standorten Stadtwerkstätten abgehalten worden. Die Ergebnisse sind auf dieser Plattform dokumentiert und sie fließen in die Entwicklung der Standorte ein.

Konzept der StadtWERKSTATT Friedrichshain-Kreuzberg (SW-FK)

Handlungsleitbild

Die StadtWERKSTATT Friedrichshain-Kreuzberg ist ein Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und einem Zusammenschluss der intermediären Strukturen im Bereich der räumlichen Stadtentwicklung (siehe AG StadtWERKSTATT). Gemeinsames Ziel ist es, die SW-FK langfristig als Labor-Ort für Kooperative Stadtentwicklung, Urbane Praxis und Beteiligung zu etablieren. Die Halle steht Akteuren in diesen thematischen Bereichen als Raumressource für die Aushandlung der kooperativen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung sowie für die gemeinsame Ko-Produktion von Stadt zur Verfügung. Die in dieser Multifunktionshalle stattfindenden Prozesse, Projekte und Veranstaltungen sind auf den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bezogen, können aber inhaltlich weit darüber hinaus greifen.

Als gemeinsam zwischen Verwaltung und Intermediären gestaltetes Stadtlabor können in der SW-FK Formate für den Diskurs und das praktische Austesten gemeinwohlorientierter Stadt erprobt und etabliert werden. Die StadtWERKSTATT-FK als gebauter Raum und die Baustelle Gemeinwohl als digitale Plattform bilden in der Theorie einen idealen „dritten Raum“1 für die aktive Kooperation zwischen Politik, Verwaltung, organisierter Zivilgesellschaft, Nutzer*innen und Interessierten sowie Vorhabensträger*innen, die ihre Liegenschaften mittels kooperativer Prozesse entwickeln wollen. Von diesem Ort aus soll gemeinsam sowohl politisch wie umsetzungsorientiert gedacht und gearbeitet werden.

Zugänglichkeit

Wichtige Basis für das Gelingen von Kooperation in der räumlichen Stadtentwicklung ist der in der Regel kostenfreie, bürokratie- und barrierearme Zugang zu den Prozessen und Räumen, in denen sie stattfinden. Die SW-FK ist deshalb wie ein überdachter Öffentlicher Raum bzw. Stadtplatz zu verstehen, der für alle zugänglich sein soll. Die Veranstaltungsarten reichen von öffentlichen Veranstaltungen über Workshops, Werkstätten und Arbeitstreffen, Ausstellungen bis hin zu konkreten Bauworkshops als Ausdruck Initiativen-gestützter Koproduktion.

In den gemeinsam verwalteten Ort sind andere stets eingeladen, dazu zu kommen. Über eine breite Öffentlichkeitsarbeit2 wird über Aktuelles informiert und zu explorativen und niedrigschwelligen Formaten eingeladen. Alle Veranstaltungen werden zugänglich dokumentiert, um Interessierten den Zugang in laufende Prozesse zu erleichtern.

Art der Nutzungen

Neben den verschiedenen Diskurs- und Betei­ligungs­veran­staltungs­formaten, die sich thema­tisch direkt auf kooperative Stadt­entwicklung, Urbane Praxis und Betei­ligung beziehen, soll die SW-FK auch Raum bieten für nicht-kommer­zielle kultu­relle Aktivi­täten3 von Akteur*innen, die sich an der Schnitt­stelle zwischen Stadt­ent­wicklung, Architek­tur, Kunst, Kultur, Jugend- und Erwachenen­bildung bzw. Sozialem bewegen. Über Anfragen von externen Akteuren zur Durchführung von Veranstaltungen in der Halle, berät die AG-StadtWERKSTATT.

In der StadtWERKSTATT-FK soll gemeinschaft­liche handwerk­liche Koproduktion ermöglicht werden. Um eine Lösung dafür zu finden, wird mit der AG-SW ein Umsetzungs­konzept kooperativ erabeitet, welches Fragen nach der Zonierung der Halle, dem Angebot von Werk­zeugen und Materialien sowie der nach­hal­tigen Betreu­ung der handwerk­lichen Werk­statt-Tätigkeit klärt. Ziel aller Tätig­keiten im Rahmen der Ko-Produktions­stätte in der Stadt­WERKSTATT soll sein, bürgerschaft­liches und/oder künstler­isches Engage­ment in der Gestal­tung von öffent­lich zugäng­lichen Räumen und städt­ischen Zusammen­leben zu fördern.

Die SW-FK bietet darüber hinaus Raum für konzeptio­nelle, inhalt­liche Arbeit und umfasst daher auch ruhigere Arbeits­räume (CoWorking-Bereich), die allen Akteuren der Bau­stelle Gemein­wohl zur Verfü­gung stehen und bietet außerdem Platz für Aus­tausch und Besprechungen.

Die StadtWERKSTATT soll ein Lern­ort sein, der auch eine Archiv bzw. eine spezialisierte Biblio­thek enthält, in der Publika­tionen und sonstige Materialien (audio­visuelles Material) aus dem Themen­zusammen­hang der koopera­tiven Stadt­ent­wicklung gesammelt und zugäng­lich gemacht wird.

Governance und kooperatives Kuratieren

Die Arbeitsgemeinschaft StadtWERKSTATT (AG-SW)4, übernimmt derzeit5 als kooperative Steuerungsrunde die Aufgabe, die strategische Entwicklung der Halle sowie der ›Baustelle Gemeinwohl Plattform‹ voranzutreiben. Über die AG-SW wird auch die Kuratierung und Programmierung (verstanden in Bezug auf die fortlaufende Aufstellung eines Veranstaltungsprogramms) und die für Veranstaltungen notwendige Raumkoordination gesteuert.

Inhaltliche Leitlinien bzw. Schwerpunktthemen im Programm werden gemeinsam in der AG-SW erarbeitet, benannt und auf der Baustelle Gemeinwohl Plattform veröffentlicht6. Entsprechend zu diesen inhaltlichen Schwerpunkten sollen aus den Reihen der Plattform-Akteure in Kooperation mit weiteren Akteuren Veranstaltungen angeregt und durchgeführt werden. Von externen angefragte Veranstaltungen, die zu diesen Schwerpunktthemen passen, sind besonders willkommen. Veranstaltungen die zum generellen Themenfeld der kooperativen Stadtentwicklung passen sind hier richtig verortet, Veranstaltungen, die dem erweitereten Themenfeld zuzuordnen sind, sind möglich.

Raumanfragen können an die AG-SW gestellt werden. Um einer Termin-Anfrage eines bisher nicht über die Baustelle Gemeinwohl verbundenen Akteurs entsprechen zu können, werden die anfragenden Akteure/Gruppen von einem aktiven Akteur in der AG-SW begleitet (Idee der „Pat*innen-schaft“) und mit den Bedingungen/Gepflogenheiten vertraut gemacht.

Generell wird versucht, die Halle und sämtliche Nebenräume, so intensiv und mit mit so vielen Akteuren wie möglich zu nutzen. Es gilt: »Nutzung geht vor Nicht-Nutzung.«

Politisch-programmatische Haltung

Die StadtWERKSTATT-FK steht nur für Gruppen oder Akteure zur Verfügung, die sich von autoritären, nationalistischen, rassistischen, sexistischen, ableistischen oder anders diskriminierenden Bestrebungen distanzieren und sich klar für eine breite Mitbestimmung und Beteiligung7 sowie für eine emanzipatorische und sozial-gerechte Stadtpolitik einsetzen.


*1 „Dritter Raum“ nach Homi K. Bhabha, der 1994 das Buch „The Location of Culture“ veröffentlichte, in dem er einen nicht territorial gebundenen Raum beschreibt, den er „Third Space“ nennt, in welchem Hierarchisierung und Macht neutralisiert werden können, und der so als Erfahrungsbereich fungieren kann, um Identitäten und Differenzen auszuhandeln. (Babka/Malle 2012: 13).

*2 Zentrales Medium der Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation ist die Baustelle Gemeinwohl Plattform.

*3 Gemeint sind Ausstellungs- und Performance-Formate, Lesungen, Film- oder andere Medien­vorführungen, sowie Konzerte, nachbar­schaftliche Feste oder sport­liche Nutzungen.

*4 Siehe Dokument „AG StadtWERKSTATT Selbstbeschreibung

*5 Gilt für den Zeitraum von Sommer 2023 bis zunächst Frühling 2025, soll aber verlängert und dauerhaft etabliert werden.

*6 Die inhaltlichen Schwerpunkte des Programms der StadtWERKSTATT-FK sollen idealerweise als „Baustellen“ auf der Baustelle Gemeinwohl Plattform benannt und veröffentlicht werden. Die Liste der „Baustellen“ ist als Leitlinie für die Schwerpunktthemen zu sehen.

*7 Für die Beteiligung von strukturell benachteiligten, weniger aktiven oder weniger diskursmächtigen Bevölkerungsteilen/Gruppen.