Neue Kooperationen
für leistbare und offene Räume

in Friedrichshain-Kreuzberg

Baustelle

#11

Quartiersentwicklung an der Franz-Künstler-Straße

Mitten in Kreuzberg wird vom landes­eigenen Wohnungs­unter­nehmen Gewobag ein neues unter­geord­netes Stadt­teil­zentrum geplant. Es soll Wohn­raum für ca. 1000 Menschen geschaffen werden.

Zur Standortentwicklung sind schon mehrere Veranstaltungen durchgeführt worden, darunter auch 2 StadtWERKSTÄTTEN. Die Ergebnisse dieser Beteiligungsprozesse sind unten auf dieser Website zugänglich.

Aktuell größtes Entwicklungspotenzial im Bezirk

In den letzten Jahren ist es gelungen, alle Teil­grund­stücke an der Franz-Künstler-Straße in das Eigentum der landes­eigenen Wohnungs­baugesell­schaft Gewobag zu bringen. Ein Bebauungs­plan (B-Plan) ist gemeinsam mit dem bezirk­lichen Stadt­entwick­lungsamt in Arbeit. Der Standort ist nach dem bezirk­lichen Konzept „Ankommen und Bleiben“ als einer von mehreren dezen­tralen Orten für Geflüchteten­unterkünfte vorgesehen.

5 Baukörper in 3 Baufeldern

Aktuelles städtebauliches Konzept (2023).

Große grüne Freiräume zwischen den Baukörpern

Freiraumkonzept (Arbeitsstand März 2024), hier mit nördlicher Erschließung der Baukörper in Baufeld 3
  • Öffentliche Spielflächen: 994 m²
  • Öffentliche Grünflächen: 3.206 m²
  • Private Spielflächen: 2.000 m²

Fakten-Blatt: „Quartiersentwicklung an der Franz-Künstler-Straße“

Die groben Zielwerte für die Entwicklung sind definiert:
  • mindestens. 500 Wohnungen in kommunalem Eigentum
  • 300 Plätze für Geflüchtete
  • 75 Plätze „experimentelles Gefüchteten-Wohnen“
  • ca. 54.300 m2 Bruttogeschossfläche (BGF)
  • davon bis zu 4.600 m2 Bruttogeschlossfläche für Gewerbe & Co.
  • ca. 10.000 m2 Frei- und Grünflächen
  • geplanter Baubeginn im Jahr 2025

Gemeinwohlorientierte Nutzungen am Standort

Ein Quartier lebt von den Nutzer*innen – sie machen die Identität eines Ortes aus. Bei der Entwicklung des Quartiers an der Franz-Künstler-Straße ist geplant, kooperative Elemente zu integrieren. Die Gewobag signalisierte Offenheit für eine gemeinsame Entwicklung von Angeboten im neuen Quartier.

Kooperativ entwickelte Angebote könnten z.B. sein:

  • gemeinschaftliches Wohnen
  • Wohnprojekte mit Geflüchteten
  • Soziale Gewerbenutzungen
  • Ateliers
  • Freiraumprojekte mit Geflüchteten/Nachbarschaft

Interessierte melden sich bitte beim LokalBau-Team.

Hintergründe zum Projekt

Zentrale Lage und doch bisher wenig beachtet

Mitten in der Stadt und im Zentrum Kreuzbergs in der südlichen Friedrichstadt liegt das Areal trotz seiner zentralen Lage etwas unscheinbar an der Verbindungsstraße zwischen der Alte Jakobstraße und der Alexandrinenstraße. Die Franz-Künstler-Straße wurde nach dem Krieg als Zubringer zur damals geplanten Stadtautobahn durch Kreuzberg gebaut und verläuft deshalb außerhalb aller sonstigen Stadtachsen doppelt gebogen. Die Stadtautobahn wurde am Ende nie gebaut und so wird die „schräge Verbindung“ heute kaum für den Durchgangsverkehr genutzt.

Bisher befinden sich an der Nordseite der Franz-Künstler-Straße Garagen, die von hohen Bäumen eingewachsen sind, die den tieferen Blick ins Areal von Süden her weitgehend verdecken. Zwischen den Bäumen stehen ehemals durch die Schreberjugend als Hostel genutzte Gebäude, die seit vielen Jahren leer stehen und auf Grund ihres desolaten Zustands zukünftig nicht erhalten werden können. Über die Jahrzehnte der „Nicht-Nutzung“ ist das Gelände zu einem dicht bewachsenen Stück Stadtnatur geworden, das von den umliegenden Nachbar*innen als grünes Biotop geschätzt wird.

Nördlich dieses Grünraumes verläuft die Grundstücksgrenze, an die als direkte Nachbarinnen die Waldorfschule Kreuzberg sowie der Waldorfkindergarten Kreuzberg angrenzen, welche von der Ritterstraße bzw. der Alten Jakobstraße erschlossen werden.

Entlang der Alten Jakobstraße stehen seit einigen Jahren sogenannte „Tempo-Homes“ – Container-Unterkünfte für Geflüchtete – auf dem Grundstück. Sie sollen voraussichtlich Mitte 2023 vom Landesamt für Flüchtingsangelegenheiten (LAF) abgebaut werden, um anschließend die Entwicklung auf der Fläche zu ermöglichen.

Wohnquartiere im Umfeld

Im Süden der Franz-Künstler-Straße liegt die „Spring-Siedlung“ in typischer Bauweise der Nachkriegsmoderne. Sie ist im Eigentum der Deutsche Wohnen (Vonovia) und wurde im Jahr 2018 umfänglich saniert – einschließlich der Neugestaltung der weiten Freiräume zwischen den hohen Blöcken. Zur Franz-Künstler-Straße hin verlaufen mehrere Parkplatzausfahrten.

Im Westen liegt das Jüdische Museum mit seiner markanten Architektur, wobei der Museumsgarten zur Alten Jakobstraße mit einer Mauer geschlossen ist. Ein viel genutzter Durchgang und Radweg führt entlang des Jüdischen Museums über die Lindenstraße und die Franz-Klühs-Straße bis zur Friedrichstraße und zum Mehringplatz.
Nördlich des Jüdischen Museums finden sich mehrere Blöcke, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA’87 errichtet wurden. Hier wurde unter dem Gesichtspunkt der „behutsamen Stadterneuerung“ sowie der „kritischen Rekonstruktion“ „Stadtreparatur“ betrieben, wobei die Stadt an dieser Stelle aus den halböffentlichen Höfen heraus gedacht wurde. In einem dieser Blöcke liegt die Berlinische Galerie mit ihrem belebten Vorplatz.

Im Norden befindet sich im gleichen Block der architektonisch recht gemischte Komplex der Waldorf-Bildungseinrichtungen an der Ritterstraße. Die Ritterstraße ist insbesondere an der Ecke zur Alexandrinenstraße recht belebt.

Nach Osten schließen große Sportplätze und weitere Schulen an, hinter denen schließlich die Großwohnsiedung Richtung Wassertorplatz liegt.

Das Grundstück an der Franz-Künstler-Straße ist damit von großen Wohnquartieren und Großwohnsiedlungen im Zentrum der Stadt umschlossen. Damit bietet sich die Chance, mit der Entwicklung an der Franz-Künstler-Straße eine neue Verbindung dieser Quartiere zu schaffen, die als untergeordnetes Stadtteilzentrum zu einer bedarfsgerechten Versorgung sowohl der zukünftigen Bewohner*innen als auch der jetzigen Nachbar*innen beiträgt. Letztere sind auf Grund ihrer sozialen und ökonomischen Situation besonders auf eine gute Versorgung mit Frei- und Grünflächen, mit Angeboten des täglichen Bedarfs sowie mit niedrigschwelligen Nachbarschaftseinrichtungen angewiesen. Diese Chance gilt es nun gemeinsam mit der GEWOBAG sowie interessierten Akteur*innen und möglichen Kooperationspartner*innen zu ergreifen, um an der Franz-Künstler-Straße ein vielfältiges und integratives Quartierszentrum neu zu schaffen.

Baustelle ›Quartiersentwicklung an der Franz-Künstler-Straße‹ im Netzwerk

Veranstaltungen zur Baustelle »Quartiersentwicklung an der Franz-Künstler-Straße«

Beiträge zur Baustelle »Quartiersentwicklung an der Franz-Künstler-Straße« im Magazin

zu Baustelle #11

Franz-Künstler-Straße: Dokumentation des Workshops mit potenziellen Nutzer:innen

Ziel war es, die Bedarfe von den Menschen, die später das Quartier nutzen sollen, frühzeitig mit den Planungen der Gewobag zusammenbringen zu können und mögliche Kooperationen für den Standort vorzubereiten. Gemeinsam wurden konkrete Bedarfe, bestehende Ressourcen sowie Erwartungen an den Prozess gesammelt und diskutiert.

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zu Baustelle #11

Franz-Künstler-Straße: Dokumentation der StadtWERKSTATT #2

Rund 90 Interessierte diskutierten am 23. Februar 2023 in der Waldorfschule Kreuzberg bei der StadtWERKSTATT #2. Herausgekommen sind wertvolle Hinweise zu den Themen: Soziales, Bildung und Jugend; Kunst, Kultur und Gewerbe; Wohnen und Nachbarschaft; Freiräume. Die Dokumentation wird zum Download angeboten.

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zu Baustelle #7 | Baustelle #10 | Baustelle #11

Neubau-Quartier an der Franz-Künstler-Str. entwickeln: Dokumentation StadtWERKSTATT #1

Am 24. August kamen in der Adlerhalle am Dragonerareal über 50 Menschen zusammen, um sich über den Stand der Überlegungen zu informieren und eigene Ansichten einzubringen. Zur Veranstaltungen wurden 900 Einladungen als Postwurfsendungen in den umliegenden Wohngebieten verteilt und viele Akteure aus dem Umfeld wurden angeschrieben, was dazu führte, dass ungefähr die Hälfte der Anwesenden Anlieger*innen aus dem Stadtteil waren.

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14. September 2021

Mit dieser Baustelle verbundene Baustellen

#7

Gemischte Immobilien­konzepte fördern – Wohnen, Gewerbe & Soziales verbinden

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Idee der „Berliner Mischung“ zu aktualisieren, für sie zu streiten und auch Neubauprojekte mit nachhaltigen hybriden Bautypologien zu entwerfen. Wie setzen uns für praktikable Rahmenbedingungen ein und fordern Förderprogramme, die zum Ausbau und Erhalt von gemischten Projekten dienlich sind.

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#7