Neue Kooperationen
für leistbare und offene Räume

in Friedrichshain-Kreuzberg

Beitrag

IEK Ratibor-Areal: Dokumentation der ersten Informationsveranstaltung

Mit einer öffentlichen Informations­veran­stal­tung am 11. Dezember 2025 im Bier­garten-Lokal Jockel ist der Arbeits­prozess für das Innen­ent­wick­lungs­konzept (IEK) Ratibor-Areal offiziell gestartet. Rund zwei Stunden lang informierten Bezirksamt, Nutzer*innen und die beauf­tragte Planer­gemein­schaft über Ausgangs­lage, Ziel­setzung und geplanten Ablauf des Verfahrens – und kamen anschließend mit Anwohner*innen, Gewerbe­trei­benden und Ini­tiativen ins Gespräch.

Die Veranstaltung markierte den Start eines kooperativen und anspruchsvollen Planungsprozesses, in dem unterschiedliche Interessen zusammengeführt werden sollen: die Sicherung des bestehenden Gewerbes, der Erhalt von Grün- und Freiräumen, die Rolle sozialer Infrastruktur sowie die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gesetzte Zielsetzung, Wohnraum für Bundesbedienstete zu schaffen.

Rückblick und Einordnung

Nutzungsperspektive trifft Planung

Zu Beginn wurde die lange Vorgeschichte des Areals aus Sicht der ansässigen Nutzer*innen dargestellt. Ein Vertreter der Nutzer*innen auf der Ratibor14 machte deutlich, dass es sich beim Planungsgebiet um einen seit vielen Jahren funktionierenden Gewerbe- und Lebensort handelt, dessen Entwicklung immer wieder durch unsichere Rahmenbedingungen geprägt war.

Daran anschließend erläuterte die Planergemeinschaft den Untersuchungsraum des IEK sowie die veränderten Rahmenbedingungen: Anders als in früheren Planungen steht keine Geflüchtetenunterbringung mehr im Raum, dafür wurde der Prüfauftrag um die Wohnfunktion erweitert und der Betrachtungsraum auf angrenzende Flächen – unter anderem der WBM – ausgeweitet.

Was leistet das IEK – und was nicht?

Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung war es, Missverständnisse über die Rolle des IEK zu vermeiden. Das Innenentwicklungskonzept schafft keine Baurechte und trifft keine verbindlichen Entscheidungen. Es dient vielmehr dazu,

  • den Bestand systematisch zu analysieren,
  • Konflikte und Potenziale sichtbar zu machen,
  • Entwicklungsvarianten zu prüfen,
  • und eine fachliche Grundlage für spätere politische und planungsrechtliche Entscheidungen zu schaffen.

Der vorgestellte Zeit- und Ablaufplan sieht eine Bearbeitung bis Mitte 2026 vor, mit mehreren Stadtwerkstätten, Steuerungsrunden und öffentlichen Zwischenschritten.

Deutliche Positionen in der Diskussion

In der offenen Diskussion wurden die zentralen Konfliktlinien klar benannt.

  • Vertreter*innen der BImA bekräftigten ihren Auftrag, Wohnungsneubau auf dem Grundstück zu entwickeln, machten zugleich aber Gesprächsbereitschaft über langfristige Lösungen für die ansässigen Gewerbebetriebe deutlich.
  • Aus der Bezirkspolitik wurde mehrfach betont, dass ein künftiger Bebauungsplan nur mit einer klaren Absicherung des Gewerbes und unter Berücksichtigung sozialer Zielsetzungen vorstellbar sei.
  • Nutzer*innen wiederum verwiesen auf die anhaltende Unsicherheit durch kurzfristige Verträge und die daraus resultierenden Investitionshemmnisse.
  • Auch Fragen zur Dimension möglicher Neubauten, zur Belastung der Infrastruktur, zur Rolle der BVV sowie zur Einbindung angrenzender Flächen wurden kontrovers und sachlich diskutiert.

Beteiligung als tragende Säule des Prozesses

Ein eigener Programmpunkt widmete sich den Beteiligungsmöglichkeiten. Vorgestellt wurden unter anderem:

Zum Abschluss waren alle Anwesenden eingeladen, ihre Einschätzungen zu Stärken und Schwächen des Standorts in eine SWOT-Analyse einzubringen – ein Element, das nun in die weitere fachliche Auswertung einfließt.

Dokumente zum Download

Die vollständige Dokumentation der Veranstaltung steht hier zur Verfügung:

Beide Dokumente bieten eine vertiefte, detaillierte Grundlage für alle, die sich intensiver mit dem Verfahren auseinandersetzen möchten.

Weitere Projektschritte und Informationsfluss

Das IEK Ratibor-Areal wird in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet. Die nächsten öffentlichen Termine – darunter die erste Stadtwerkstatt im Frühjahr 2026 – werden fortlaufend über die Baustellen-Seite Ratibor-Areal angekündigt.

Wenn Sie per E-Mail informiert werden möchten, tragen Sie sich bitte in den Projekt-Verteiler zum Ratiborareal ein.

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In Zusammenarbeit von:Fachbereich Stadtplanung Gruppe Infra­struktur und Städte­bau­förderung

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