Neue Kooperationen
für leistbare und offene Räume

in Friedrichshain-Kreuzberg

Baustelle #23

WoHo – das vertikale Stadtquartier

Gemeinwohlorientierung als Entwicklungsprinzip

Mit dem WoHo Kreuzberg entsteht am Halleschen Ufer ein außergewöhnliches Wohn­hoch­haus, das weit mehr sein will als ein Gebäude. Das Projekt versteht sich als vertikales Stadtquartier, in dem Wohnen, Arbeiten, soziale Infrastruktur, Kultur und gemein­schaft­liche Räume auf engem Raum und in übereinander organisierten Etagen miteinander verbunden werden.

Bemerkenswert ist dabei weniger die Höhe des Gebäudes als sein Entwicklungs­ansatz. Viele Prinzipien einer gemeinwohl­orientierten Stadtentwicklung wurden hier von Beginn an in das Projekt integriert: eine konsequente Nutzungsmischung, die Zusammenarbeit unterschiedlicher Immobilien- und Betreiberstrukturen sowie öffentlich zugängliche Orte als Teil des Quartiers. Das WoHo zeigt damit, dass Gemeinwohl­orientierung nicht nur Ergebnis politischer Vorgaben oder kooperativer Verfahren sein kann, sondern selbst zum Ausgangspunkt einer erfolgreichen Projektentwicklung werden kann.

Ein neues Modell für den Hochhausbau

Berlin wächst weiter, während geeignete Flächen für den Wohnungsbau knapp werden. Damit wachsen die Anforderungen an neue Quartiere. Sie sollen mehr sein als reine Wohnstandorte und Orte schaffen, an denen Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Bildung, Kultur und gemeinschaftliches Leben selbstverständlich zusammenfinden.

Das WoHo antwortet auf diese Herausforderung mit einer neuen Hoch­haus­typologie. Vier unterschiedlich hohe Baukörper bilden gemeinsam ein vertikales Stadt­quartier. Statt eines geschlossenen Solitärs entsteht eine räumlich gegliederte Struktur mit vielfältigen Bezügen zum umliegenden Stadtraum. Terrassen, öffentliche Dachland­schaften, gemein­schaft­liche Bereiche und differenzierte Erschließungen schaffen Aufenthalts­orte und Begegnungs­möglichkeiten auf unterschiedlichen Ebenen des Gebäudes.

Das Hochhaus wird dadurch selbst zu einem kleinen Stadtquartier.

Drei Bilder zu den Prinzipien der Nutzungsmischung und räumlichen Konzeption.

Die Gemeinwohlorientierung ermöglicht die Entwicklung und Finanzierung des Projekts.

Das Besondere am WoHo liegt nicht allein in seiner Architektur, sondern im Verständnis von Projektentwicklung. Während in anderen Projekten gemeinwohlorientierte Ziele häufig erst durch politische Vorgaben, Bebauungspläne oder langwierige Kooperations­prozesse in private Bauvor­haben eingebracht werden können, wurden sie beim WoHo von Beginn als konzeptioneller Ausgangs­punkt des Projekts verstanden.

Gemeinwohlorientierung ist hier keine zusätzliche Anforderung. Sie bildet den konzeptionellen Ausgangspunkt der Projektentwicklung. Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure entsteht dabei nicht trotz der wirtschaftlichen Anforderungen des Projekts, sondern gerade als Voraussetzung für seine Qualität und langfristige Tragfähigkeit.

Das WoHo zeigt damit einen zweiten Weg gemein­wohl­orientierter Stadt­entwicklung: Nicht Verwaltung oder Politik organisieren die Kooperation, sondern der Projektentwickler erkennt selbst den Mehrwert vielfältiger Partnerschaften für die Qualität und Zukunftsfähigkeit seines Projekts. Gemeinwohlorientierung wird damit nicht nur zum städte­bau­lichen Leitbild, sondern zu einer trag­fähigen Entwicklungs- und Finanzierungs­strategie für große Quartiers­projekte.

Kooperation schafft bessere Quartiere

Aus dem Anspruch, ein vielfältiges und lebendiges Stadtquartier zu entwickeln, ergibt sich fast zwangsläufig die Zusammen­arbeit unterschied­licher Akteure. Im WoHo werden Wohnungsbau, Gewerbe, soziale Einrichtungen, gemeinschaftliche Angebote und öffentliche Räume miteinander kombiniert. Genossen­schaftliche Wohn­formen, soziale Träger und weitere gemein­wohl­orientierte Nutzungen werden als fester Bestand­teil des Projekts verstanden. Dadurch entsteht ein Nutzungs­mix, der weit über ein klassisches Wohn­hoch­haus hinausgeht.

Das Projekt bestätigt damit eine zentrale Erkenntnis der Baustelle Gemeinwohl: Gemeinwohl­orientierte Quartiere entstehen dort, wo unterschied­liche Kompetenzen, Nutzungen und Organisations­formen produktiv zusammen­wirken. Kooperation ist kein Selbst­zweck, sondern die Voraus­setzung für urbane Vielfalt und langfristig tragfähige Stadt­quartiere.

Konkrete Angaben zum Verfahren

Das WoHo wird auf einem Grundstück am Halleschen Ufer im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg entwickelt. Vorhaben­träger ist die UTB Projektmanagement GmbH, die das Projekt gemeinsam mit einem interdisziplinären Planungsteam entwickelt hat.

Grundlage der Planung ist ein vorhaben­bezogener Bebauungsplan (VI-150g-2a VE), der die besonderen Anforderungen des Projekts planungsrechtlich absichert (festgesetzt seit Anfang Juni 2026). Dem Entwurf ging ein hochbaulicher Wettbewerb voraus, dessen Siegerentwurf in den folgenden Jahren weiterentwickelt und an die Ergebnisse des Bebauungsplan­verfahrens angepasst wurde.

Der Bebauungsplan wurde in enger Abstimmung mit dem Bezirk durch­geführt. Das Beteiligungsverfahren für Öffent­lich­keit wurde deutlich intensiver durchgeführt als gesetzlich vorgeschrieben. Parallel wurden Projekt­inhalte wiederholt öffent­lich vorgestellt und diskutiert. So konnte das Vorhaben kontinu­ierlich weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst werden.

Das WoHo verbindet einen klassischen planungsrechtlichen Entwicklungsprozess mit einem Quartierskonzept, das zeigt, wie Gemeinwohlorientierung zum Ausgangspunkt einer wirtschaftlich tragfähigen Projektentwicklung werden kann.

  • Standort: Hallesches Ufer, Berlin-Kreuzberg
  • Vorhabenträger: UTB Projektmanagement GmbH
  • Planungsinstrument: Vorhabenbezogener Bebauungsplan

Das Bebauungsplanverfahren hat die Phase der öffentlichen Auslegung durchlaufen. Im Anschluss erfolgt die Auswertung und Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen.

Schwerpunkte:

  • Holz-Hybrid-Bauweise und nachhaltiges Energiekonzept
  • Vertikales Stadtquartier
  • Höhe 98 Metern, 29 Etagen
  • 18.000 m2 Nutzfläche
  • Nutzungsmischung aus 60 % Wohnen, 25 % Gewerbe und 15 % sozialer Infrastruktur
  • Wohnen: je 1/3 mietpreisgebunden, freifinanziert und Eigentum
  • Integration gemeinwohlorientierter Akteure
  • Öffentliche Dachlandschaften und gemeinschaftliche Räume

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