Fr., 19. Juni 2026 , 15:00 – 18:00
Das Bündnis „SEZ-Quartier neu denken lädt gemeinsam mit der Initiative „SEZ für Alle!“ herzlich ein zur Langen Tafel der Baukultur ein. Am bundesweiten Aktionstag der Bundesstiftung Baukultur können Besucher*innen die herausragenden Qualitäten des SEZ-Bestandes kennenlernen. Hier schlummert eine Gesamtfläche von rund 30.000 m2, die saniert werden kann, um durch Umnutzung und Transformation dringend benötigte Räume für Sport, Kultur und Bildung zu erhalten.

Das Sport- und Erholungszentrum wurde 1981 eingeweiht und war ein Identität stiftendes Gebäude für Freizeit und Kultur in der ehemaligen DDR. Mit seiner technizistisch-postmodernen Architektur ist es eine komplett erhaltene Ikone der Nachkriegsmoderne. Nach dem Verkauf an eine Privatperson für einen symbolischen Euro war das Gebäude rund 20 Jahre lang nur eingeschränkt nutzbar. Inzwischen ist es zurück im Landeseigentum, aber es soll nach den Plänen des Senats und der WBM abgerissen werden. Auf dem Gelände des B-Plans 2-43 ist Wohnungsbau in Blockrandbebauung und eine Schule geplant.
Dagegen wehren sich Bürger*innen und zahlreiche Initiativen, sowie 150 Wissenschaftler*innen und Professor*innen verschiedener Universitäten, die insbesondere die Qualität des Bestandes als Zeugnis der hohen Baukultur betonen.






Das Bündnis SEZ-Quartier neu denken hat ein Kompromiss-Konzept eingebracht, das die Kombinierbarkeit des Erhalts des SEZ und der umliegenden Wohnbebauung zeigt. Das hat ein enormes mediales Echo erbracht und die politische Diskussion deutlich geöffnet. Außerdem hat das Bezirksamt den bereits gestarteten Abriss wegen Artenschutzauflagen gestoppt.

Die Tischreden spannen einen Bogen von der Entstehungsgeschichte des Gebäudes bis zu aktuellen Fragen von Umbaukultur, Kreislaufwirtschaft und gemeinwohlorientierter Stadtentwicklung. Zu den Mitwirkenden zählen Stadtrat für Bauen, Planen, Kooperative Stadtentwicklung Florian Schmidt, die ehemalige Senatorin für Stadtentwicklung und Stadtplanerin Katrin Lompscher, MdB a.D und Architektin Franziska Eichstädt-Bohlig, der SEZ-Architekt Günter Reiss, Werkbund-Mitglied Ludwig Heimbach, Fluss Bad-Mitgründer Jan Edler und der Architekt Florian Köhl sowie die Fotografin Prof. Kay Fingerle. Damit kommen an einem Tisch Stimmen zusammen, die das Gebäude aus sehr unterschiedlichen fachlichen Perspektiven betrachten und seine Bedeutung für die zukünftige Entwicklung Berlins diskutieren.
Essen und Getränke für die Lange Tafel sind als Mibringsel willkommen. Kommt zahlreich vorbei und lasst uns zusammen dieses einzigartige Gebäude ehren, gemeinsam sitzen, speisen und diskutieren.




