Pressemitteilung des ›Bündnis SEZ-QUARTIER neu denken‹, Berlin, 11.05.2026
Vor der heutigen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen im Berliner Abgeordnetenhaus fordern Initiativen und Fachleute einen sofortigen Stopp der laufenden Abriss-Ausschreibung für das SEZ.
Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM hat trotz des bestehenden Abrissstopps und trotz der öffentlichen Zusage von Senator Christian Gaebler, den Vorschlag eines Bestandserhalts in Kombination mit Wohnungsbau prüfen zu lassen, bereits den Komplett-Abriss des SEZ ausgeschrieben.
Das Bündnis „SEZ – Quartier neu denken“ sieht darin eine gefährliche Vorfestlegung, die für das Land Berlin sehr teuer werden könnte.
„Wenn ein Abrissauftrag vergeben wird, entstehen wirtschaftliche und rechtliche Bindungen — noch bevor politisch geklärt ist, wie die Zukunft des Standorts aussehen soll“, erklärt Susanne Lorenz vom Bündnis und der Initiative ›SEZ für alle!‹. „Damit wächst das Risiko, dass Berlin am Ende erhebliche Kosten tragen muss, selbst wenn der Abriss gar nicht umgesetzt wird.“

Besonders problematisch ist aus Sicht des Bündnisses, dass das Verfahren ungebremst weiter Richtung Abriss läuft, obwohl keine belastbare Kostenschätzung für die Maßnahme vorliegt. Ein vergleichbares Projekt, das verlassene DDR-Regierungskrankenhaus in Berlin-Buch, entwickelt sich gerade zur Kostenfalle. Geschätzte Kosten für den Abriss dort: 86 Mio €.
Gleichzeitig wächst die fachliche Unterstützung für einen anderen Weg:
Das SEZ bietet sich als möglicher Modellstandort für die IBA Berlin 2034–37 an. Fachleute aus Architektur, Denkmalpflege und Stadtentwicklung sehen im Erhalt und Umbau des Bestands eine große Chance für Berlin.
Das Bündnis ›SEZ-Quartier neu denken‹ fordert daher gemeinsam mit den Initiativen ›SEZ für alle!‹ und ›Gemeinwohl in BürgerInnenhand e.V.‹:
- Abrissmoratorium und sofortiger Stopp der Abriss-Ausschreibung,
- transparente Offenlegung aller Kosten und Risiken,
- sowie eine tatsächlich ergebnisoffene Prüfung alternativer Entwicklungsszenarien.
Hintergründe, Links und Quellen
- Städtebaulicher Kompromissvorschlag des Bündnis SEZ-QUARTIER neu denken, der Erhalt und Wohnungsneubau exemplarisch kombiniert.
- Zusammenschnitt der StadtBW-Ausschusssitzung am 2.3.2026 mit der Zusage des Senators, den Kompromiss zu prüfen.
- Ausschreibung der WBM über „Schadstoffsanierung und Rückbau des gesamten Gebäudekomplex samt Außenanlagen“ (auf der offiziellen Ausschreibe-Plattform ITWO Tender und als PDF)
- Pressemitteilung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg über den Abrissstopp
- Stellungnahme von ›Gemeinwohl in BürgerInnenhand‹ über die Rechtswidrigkeit der Abrissmaßnahme
- Artikel in Berliner Zeitung, 07.05.2026: „86 Millionen für den Abriss: Honeckers geheimes DDR-Krankenhaus wird zur Kostenfalle“
- Machbarkeitsstudie mit Kostenschätzung zum Abriss der DDR-Regierungsklinik in Berlin-Buch (PDF 16 MB)
- Pressemitteilung: Das SEZ als Standort der IBA Berlin 2034-37 (mit Presseecho)
- Aufruf von Gemeinwohl in BürgerInnenhand zur Kundgebung am 11.5.2026

Pressekontakt:
Magnus Hengge, Organisation für das Projektbündnis
E-Mail-Adresse: SEZ-Quartier@baustelle-gemeinwohl.de
Telefon: 0173 3770007

