Neue Kooperationen
für leistbare und offene Räume

in Friedrichshain-Kreuzberg

Baustelle

#25

RAW West

Ein gewachsener Kulturstandort steht vor einer Neuordnung

„RAW West“ bezeichnet die west­lichen Teil­flächen des RAW-Geländes in Berlin-Fried­richs­hain, in denen die Sicherung gewachsener sozio­kultu­reller Nutzungen unter privaten Eigen­tums­verhält­nissen zu einer zen­tralen Heraus­for­derung der Stadt­entwicklung geworden ist.

Der Bebauungsplan schafft den Rahmen für die zukünftige Entwicklung

Der Bebauungsplan 2-25a ist ein Instrument, mit dem versucht wird, diese unterschiedlichen Interessen planungsrechtlich zu ordnen und langfristige Sicherungen zu ermöglichen. Ausgangspunkt ist ein historisch gewachsenes Areal, das heute durch eine Mischung aus Clubkultur, soziokulturellen Nutzungen, Freizeitangeboten und gewerblichen Strukturen geprägt ist.

Die bestehende Nutzungsmischung bildet die Grundlage der Entwicklung

Ziel des Verfahrens ist es, diese gewachsene Struktur zu sichern und zugleich weiterzuentwickeln. Dafür sollen unter anderem Sondergebiete für das sogenannte „Soziokulturelle L“ (SKL) sowie für Freizeit- und Kulturnutzungen festgesetzt werden, während in anderen Teilbereichen ergänzende gewerbliche Entwicklungen vorgesehen sind.

Ein kooperativer Prozess hat zentrale Ziele für die Entwicklung formuliert

Das Verfahren basiert auf einem mehrjährigen Dialog- und Werkstattprozess, in dem Leitziele wie der Erhalt der historischen Identität, die Förderung von Nutzungsmischung, die Einbindung der Nachbarschaft sowie die Balance zwischen sozialen und ökonomischen Interessen formuliert wurden.

Gleichzeitig zeigt sich, dass planungsrechtliche Instrumente allein nicht ausreichen, um die bestehenden Nutzungen langfristig zu stabilisieren. Die Entwicklung ist mit erheblichen baulichen und infrastrukturellen Anforderungen verbunden, deren Umsetzung maßgeblich vom Eigentümer getragen werden soll.

Die langfristige Sicherung erfordert tragfähige Umsetzungsstrukturen

Eine zentrale Herausforderung liegt daher in der Entwicklung eines tragfähigen Trägermodells für das SKL. Ein solches Modell müsste in der Lage sein, die bauliche Sicherung und Weiterentwicklung der Bestandsstrukturen zu organisieren, wirtschaftlich zu tragen und zugleich den Anforderungen der bestehenden Nutzungen gerecht zu werden – und gleichzeitig von den beteiligten Akteuren akzeptiert werden.

Die aktuelle Situation verdeutlicht die Herausforderungen der Umsetzung

Die aktuelle Situation verdeutlicht die strukturellen Spannungen im Projekt: Kurzfristige Vertragsverhältnisse und unsichere Perspektiven für bestehende Clubs und soziokulturelle Einrichtungen stehen den langfristigen Sicherungszielen des Bebauungsplans gegenüber. In einer Resolution der Bezirksverordnetenversammlung wird der Erhalt dieser Nutzungen ausdrücklich als Voraussetzung für die weitere planungsrechtliche Entwicklung formuliert.

Die Auseinandersetzungen um Kündigungen, auslaufende Verträge und Betriebsuntersagungen einzelner Clubs haben in den vergangenen Monaten auch ein breites mediales Echo ausgelöst und die Konfliktlage öffentlich sichtbar gemacht.

Die Akteure im Soziokulturellen L organisieren sich selbst

Die im SKL ansässigen Akteure erleben die aktuelle Entwicklung des Standorts als zunehmend unsicher und in Teilen existenziell bedrohlich. Vor diesem Hintergrund haben sie ihre Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren verstärkt und treten heute zunehmend als organisierte Interessenvertretung auf. Ein zentraler Akteur ist dabei die RAW Kultur L e.G., in der verschiedene Nutzer*innen des Geländes zusammengeschlossen sind.

Mit eigenen Kampagnen und Veröffentlichungen machen die Akteure auf ihre Situation aufmerksam und formulieren konkrete Anforderungen an Politik und Eigentümer. Dazu gehören insbesondere langfristige vertragliche Sicherheiten, die Einrichtung einer Generalmietstruktur sowie die planungsrechtliche Absicherung des Standorts, was sich mit den Zielen des Bezirks deckt.

Gleichzeitig enthalten diese Positionierungen auch Vorschläge für die zukünftige Organisation des Standorts, insbesondere im Hinblick auf kollektive Trägermodelle und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren.

RAW West steht exemplarisch für kooperative Stadtentwicklung in komplexen Rahmenbedingungen

RAW West steht damit exemplarisch für die Herausforderung, gewachsene kulturelle Strukturen unter privaten Eigentumsverhältnissen zu sichern und gleichzeitig eine tragfähige Struktur für Entwicklung, Sanierung und Betrieb zu schaffen.

Baustelle ›RAW West‹ auf der Karte

Hier klicken, um den Inhalt von Leaflet anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Leaflet.

Baustelle ›RAW West‹ im Netzwerk

Mit dieser Baustelle verbundene Baustellen

#4

Kiezversorgende Gewerbe über neu angewandte kommunale Instrumente schützen

Gewerbeflächen werden je nach Lage von den Eigentümer*innen teils mit extremen Mietsteigerungen belastet. Dieser Teil des Immobilienmarktes ist gänzlich ohne Regulierung – auch in Milieuschutzgebieten. Aber gerade in den mit einer sozialen Erhaltungssatzung belegten Kiezen, sind die Läden identitätsprägender Bestandteil der Stadt, die von vielen als ihre Heimat verstanden wird. Werden die Läden verdrängt, sterben die Kieze.

Baustelle aufrufen
#4