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SEZ: Bündnis legt Plan für politischen Neustart vor

Pressemitteilung des Bündnisses ›SEZ-Quartier neu denken‹
Berlin, 22. Oktober 2026

Kooperatives Verfahren soll Wohnungsbau beschleunigen und die Transformation des Bestands ermöglichen

Vor dem Beginn der Koalitionsverhandlungen legt das Bündnis ›SEZ-Quartier neu denken‹ einen konkreten Vorschlag für die weitere Entwicklung des SEZ-Quartiers vor. Die bisherige, auf den vollständigen Rückbau ausgerichtete Projektentwicklung soll beendet und durch ein mehrstufiges kooperatives Verfahren ersetzt werden.

Der Vorschlag baut auf dem städtebaulichen Konzept des Bündnisses und dessen Plausibilisierung durch das Büro 03 Arch. auf. Nachdem damit gezeigt wurde, dass der weitgehende Erhalt des SEZ mit ergänzendem Wohnungsbau vereinbar ist, beschreibt das Bündnis nun einen Weg zur politischen Entscheidung und Umsetzung.

„Der Wohnungsbau muss nicht länger vom vollständigen Abriss des SEZ abhängen“, erklärt Katrin Lompscher, Senatorin a. D. als Mitglied des Bündnisses. „Das Quartier muss zunächst gemeinsam geplant werden. Anschließend kann gegebenenfalls die WBM auf eigenständigen Grundstücken den Wohnungsbau umsetzen, während ein anderer Träger parallel die Transformation des SEZ übernimmt. Das kann den Wohnungsbau sogar beschleunigen.“

Am Anfang soll ein städtebaulich-programmatisches Werkstattverfahren stehen. Mehrere Planungsteams entwickeln Varianten für das SEZ, den Wohnungsbau, den Park und die öffentliche Infrastruktur. Ein gemeinsames Quartierskonzept bildet anschließend die Grundlage für eine politische Richtungsentscheidung und einen verbindlichen Masterplan.

Auch die Verantwortung für das Verfahren soll neu geordnet werden. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung übernimmt die formale und finanzielle Auftraggeberschaft. Ein kooperativer Lenkungskreis bestimmt das Arbeitsprogramm und steuert das Verfahren inhaltlich. Ein unabhängiges Verfahrensbüro organisiert die Durchführung und dient der Kooperation als Geschäftsstelle. Die WBM bleibt als Eigentümerin und Wohnungsbaupartnerin beteiligt, führt das Verfahren aber nicht mehr selbst.

„Die WBM soll Wohnungen bauen – für die Entwicklung eines offenen Nutzungskonzepts und die gemeinwohlorientierte Transformation eines riesigen Sport- und Freizeitkomplexes hat sie weder den Auftrag noch die geeigneten Instrumente“, sagt Prof. Andreas Garkisch vom Büro 03 Arch., das den Bündnisansatz im Auftrag des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg plausibilisiert hat. „Für das SEZ brauchen wir deshalb eine eigene Trägerschaft, die Nutzungen, Finanzierung und Sanierung schrittweise zusammenbringen kann.“

Bis ein professioneller SEZ-Entwicklungsträger aufgebaut ist, soll das Bündnis die Belange der Transformation kommissarisch im Lenkungskreis vertreten. Pionier- und Zwischennutzungen können bereits während der weiteren Planung und Sanierung beginnen.

Das Bündnis schlägt außerdem vor, das SEZ-Quartier frühzeitig in die IBA Berlin 2034–37 einzubeziehen. „Am SEZ geht es nicht nur um die Rettung eines besonderen Gebäudes“, so Lompscher. „Hier kann Berlin erproben, wie große Gebäude künftig umgebaut, finanziert und gemeinsam mit Nutzer*innen entwickelt werden. Darin liegt auch der Modellcharakter für eine Umbau-IBA.“

Das Bündnis fordert die an den Koalitionsverhandlungen beteiligten Parteien auf, die bisherige Projektentwicklung zu beenden, irreversible Rückbaumaßnahmen auszusetzen und den Start des neuen Verfahrens im Koalitionsvertrag abzusichern.

Zunächst gemeinsam planen, anschließend parallel entwickeln und erst bei gesicherter Handlungsfähigkeit dauerhaft trennen.

Verfahrensvorschlag zur kooperativen Entwicklung des SEZ-Quartiers

Das ›Bündnis SEZ-Quartier neu denken‹ hat in einem Expert*innen-Workshop ein Entwicklungsverfahren entworfen, bei dem keine wenig stichhaltigen Vorentscheidungen zur grundlegenden Bedingung gemacht werden müssen. Wesentliche Prüfungen sind Bestandteil des Verfahrens und Richtungsentscheidungen werden parlamentarisch konsolidiert. Trotz der städtebaulich-programmatischen Neubefassung verursacht das Verfahren keinen Verzug gegenüber der bisherigen Planung.

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