Mit mehreren Beschlüssen und Vereinbarungen in den vergangenen Wochen ist für das RAW-Gelände ein neuer Entwicklungsabschnitt erreicht worden. Während im westlichen Teil des Areals die Sicherung des Soziokulturellen L (SKL) nun vertraglich vorbereitet wird, hat die Bezirksverordnetenversammlung gleichzeitig den Weg für die Entwicklung von RAW-Ost eröffnet.
Damit liegen erstmals für beide Teilbereiche konkrete Entwicklungsperspektiven vor. Gemeinsam zeigen sie, wie Bestandserhalt und Quartiersentwicklung miteinander verbunden werden können.
RAW-West: Der Bestand erhält Zeit und Perspektive
Mit der Unterzeichnung des Mietvertrags zwischen Bezirk und Eigentümer beginnt die vereinbarte Übergangsphase für das Soziokulturelle L. Das Bezirksamt übernimmt zunächst die Generalmieterrolle und sichert damit die bestehenden Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen für die nächsten Jahre ab.
Parallel wird das Bebauungsplanverfahren weitergeführt. Mit seiner Festsetzung soll die Übergangslösung in eine langfristige Struktur überführt werden: Vorgesehen ist eine 30-jährige Überlassung des Soziokulturellen L an eine noch zu bestimmende Generalmieterstruktur.
Die öffentlichen Mittel erfüllen dabei zwei Aufgaben. Sie ermöglichen die befristete Anmietung der Gebäude und fließen anteilig in dringend notwendige Instandsetzungsmaßnahmen. Damit wird nicht nur Zeit gewonnen. Auch die baulichen Voraussetzungen für die langfristige Entwicklung des Bestands können schrittweise verbessert werden.
RAW-Ost: Neue Räume für Soziokultur entstehen
Auch für den östlichen Teil des RAW-Geländes wurde ein wichtiger Entwicklungsschritt beschlossen. Die BVV hat die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens beschlossen, das auf Grundlage einer Verständigung mit dem Eigentümer die dauerhafte Sicherung von zwei bestehenden Hallen für soziokulturelle Nutzungen ermöglichen soll.
Nach den bisherigen Überlegungen könnten dort zusätzlich rund 3.000 bis 4.000 Quadratmeter Flächen für Kultur, Sport und weitere gemeinwohlorientierte Nutzungen entstehen. Damit eröffnet sich erstmals die Perspektive, das bestehende Soziokulturelle L nicht nur zu erhalten, sondern räumlich weiterzuentwickeln.
Die nächste Aufgabe heißt Entwicklung
Mit den aktuellen Beschlüssen verschiebt sich der Schwerpunkt des Gesamtprojekts: In den vergangenen Jahren standen vor allem Eigentumsfragen, politische Verhandlungen und die Schaffung planungsrechtlicher Voraussetzungen im Mittelpunkt. Nun beginnt die Phase, in der die vereinbarten Ziele organisatorisch, wirtschaftlich und baulich umgesetzt werden müssen.
Dazu gehören auf der einen Seite die Weiterentwicklung des Bebauungsplans mit den neuen Anforderungen an Wohnen, Gewerbe, Schallschutz, Freiräume und Erschließung. Auf der anderen Seite müssen tragfähige Strukturen entstehen, die Bauherrenschaft, Investitionen, Betrieb und Nutzung des Soziokulturellen L langfristig miteinander verbinden.
Kooperative Entwicklungsstrukturen werden jetzt praktisch erprobt
Im Bezirk sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Strukturen aufgebaut worden, in denen Verwaltung, Politik, Intermediäre sowie gemeinwohlorientierte Organisationen gemeinsam an solchen Entwicklungsaufgaben arbeiten. Jetzt können diese Erfahrungen in die konkrete Umsetzung einfließen.
Die Entwicklung von RAW-West und RAW-Ost markiert damit keinen Abschluss, sondern den Übergang in eine neue Projektphase: Aus planerischen Vereinbarungen werden Schritt für Schritt bauliche, organisatorische und wirtschaftliche Lösungen, die den Bestand sichern und gleichzeitig neue Perspektiven für das gesamte Quartier eröffnen.

